Zur Veranstaltung «Erinnerung jenseits von Nostalgie und Verdrängung»: 

In seinem Buch «Empowerment Ost. Wie wir zusammen wachsen» wirft Thomas Oberender einen kritischen Blick auf Erinnerungsräume und -praktiken nach dem Mauerfall und kommt zu dem Schluss, dass ostdeutsche Stimmen im Diskurs über die Wiedervereinigung systematisch an den Rand gedrängt wurden.
Im Gespräch mit Thomas Oberender, Mandy Hildebrandt (Lehrerin und politische Aktivistin) und Paulino José Miguel (Politologe und Erziehungswissenschaftler, ehemaliger DDR-Vertragsarbeiter aus Mosambik), moderiert von Leyla Ercan, gehen wir der Frage nach: Wie begegnen wir den (paternalistischen) westdeutschen Deutungshoheiten im Erinnern an die Wiedervereinigung? Wie können wir in einer westdeutschen Stadt wie Stuttgart an die Wiedervereinigung denken und erinnern, um ostdeutsche Perspektiven und Lebensrealitäten in der Gegenwart gleichwertig zu berücksichtigen? Und wie kann politisches Engagement aussehen, das aus einem ermächtigten Post-DDR-Geschichtsverständnis erwächst?

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe «UMGESCHICHTEN – PERSPEKTIVEN AUF EINE TRANSFORMATIVE ERINNERUNGSKULTUR«.Einer Kooperation von RAMPE und der Koordinierungsstelle für Erinnerungskultur des Kulturamt der Stadt Stuttgart.