Raus aus der Ideendramatik!

Zur Verleihung des Theaterpreises an Herbert Fritsch.

Von Thomas Oberender

Herbert, du hast mal gesagt, dass der Mensch unverletzbar ist, wenn er spielt. Und vielleicht ist das die eleganteste Art, mit dem Ende einer besonders fruchtbaren Ära an dieser hundert Jahre alten Volksbühne umzugehen. Dein tieftrauriger «Pfusch» scheint mir Antwort und Frage zugleich zu sein: Wohin mit der Kunst? Wie umgehen mit dem Scheitern? Wie umgehen mit Erfolg? Ich erinnere mich an deine erste Einladung zum Theatertreffen, 2011 war das: Du warst gleich mit zwei Inszenierungen nach Berlin gekommen – mit «Nora» aus Oberhausen und «Der Biberpelz» aus Schwerin. In den Schlussapplaus der «Biberpelz»-Premiere brüllte damals Claus Peymann: «Werde wieder Schauspieler, Herbert! Regie kannst Du nicht!»